“Bandenkriege” in deutschen Großstädten

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Organisierte Kriminalität ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Immer wieder kommt es zu Zwischenfälle durch rivalisierenden Banden und Mafia-Clans. Dabei gehen die Kriminellen oft mit beispielloser Brutalität vor. Justiz und Sicherheitsbehörden haben große Schwierigkeiten gegen diese Strukturen vorzugehen.

 

In Ludwigsburg fand ein Gerichtsprozess statt, wegen einem Überfall von einer kurdischen Gang auf Mitglieder eines türkischen “Rockerclubs”. Beim Verhandlungsbeginn mussten zahlreiche Sicherheitskräfte das Gerichtsgebäude schützen, weil ungefähr 84 Anhänger der rivalisierenden Gruppen anwesend waren. Viele sind bereits vorbestraft.

 

Bei den Einlasskontrollen wurde ein 20,5 Zentimeter langes Küchenmesser gefunden. Richter und Journalisten wurden im Laufe des Gerichtsverfahrens immer wieder bedroht. Am Auto eines Redakteurs wurde ein Zettel befestigt, mit der Aufschrift „Zeitung, morgen bist du tot“.

 

„Drohungen und Beleidigungen sind an der Tagesordnung“, sagte der Vizeleiter der Sicherungsgruppe SGS. Bei der Präsidentin des Landgerichts in Stuttgart stand der Bruder eines Angeklagten im Garten um sie ein zu schüchtern. Der Gerichtsprozess in Ludwigsburg hat gezeigt, wie schwierig die juristische Aufarbeitung dieser Strukturen ist.

 

Der Gerichtssprecher Johannes Fridrich meint, dass die Angehörigen und Mitglieder der Banden und Mafia-Clans ihre Streitigkeiten lieber untereinander regeln. „Im Zweifel greift man lieber zur Selbstjustiz, die Konflikte werden untereinander ausgemacht“. Der Rechtsstaat ist damit oft überfordert.